Studieren mit Handicap

Ein Studium ist nicht immer ganz einfach. Doch was, wenn zusätzlich noch eine Behinderung oder chronische Krankheit das ganze erschwert? Viele Nicht-Betroffene haben sich mit diesem Thema noch nicht auseinander gesetzt, weshalb sie oft nicht wissen, mit welcher Problematik Behinderte im täglichen Leben konfrontiert werden. Für viele Studierende sind es nur ein paar Stufen auf dem Weg zum Hörsaal, aber für querschnittsgelähmte Studierende sind diese paar Stufen ein unüberwindliches Hindernis. Auch das chaotische „Fahrradlabyrinth“, das sich vor allem während der sonningen Tage im Mensahof bildet, macht für sehbehinderte oder blinde Studierende ein Durchkommen nur schwer möglich. Für genau solche Probleme gibt es verschiedene Institutionen und Beauftragte, die auf solche Probleme aufmerksam machen und sich für die Belange behinderter Studierender einsetzen.

Anlaufstellen

Studentische Behindertenvertretung

Die SozialreferentInnen sind die studentischen Behindertenbeauftragten. Wenn ihr euch über Förderungsmöglichkeiten oder speziellen BAföG-Regelungen informieren wollt, dann kommt doch einfach zur BAföG- und Sozialberatung (siehe Abschnitt „Erste Hilfe“) in den UStA. Dort könnt ihr auch die Einfahrtsgenehmigungen für das Universitätsgelände beantragen. Wenn ihr euch selber engagieren wollt, dann macht doch beim AK Handicap (siehe unten) mit.

Behindertenbeauftragte der Universität

Frau Angelika Scherwitz-Gallegos ist die Beauftragte für die Belange behinderter Studieninteressierter und Studierender am KIT. Sie steht den Studierenden bei der spezifischen Gestaltung des Studienablaufes und der geforderten Prüfungen zur Verfügung. Bei Fragen zu technischen und didaktischen Unterstützungsmöglichkeiten, wie auch bei der Suche nach Praktika und bei Kontakten zu Unternehmen kann sie Hilfe bieten. Hier habt ihr ebenfalls die Möglichkeit, euch einen Sitzplatz im Hörsaal für eure Vorlesungen zu reservieren. Sehr hilfreich ist auch die Aufstellung barrierefreier Gebäude, Hörsäle und Toiletten auf dem Campus.

Beauftragte für die Belange behinderter Studieninteressierter und Studierender
Engesserstr. 4
76131 Karlsruhe
0721 608-44832
angelika.scherwitz@kit.edu
www.studiumundbehinderung.kit.edu
Gespräche nach Vereinbarung:
Geb. 30.95, Audimax, Raum 24, Zugang über Raum 030.
Dienstag: 09:00-13:00
Mittwoch: 13:00-17:00
Donnerstag: 14:00-18:00

Behindertenbeauftragter des Studentenwerkes

Auch das Studentenwerk hat einen Behindertenbeauftragten. Neben der Beratung über Wohnmöglichkeiten (es gibt zahlreiche barrierefreie Wohnheimzimmer) fallen auch das Schreiben von Stellungnahmen für andere Behörden, die Vermittlung von Mikroportanlagen an Hörgeschädigte und die Vergabe von Parkgenehmigungen für RollstuhlfahrerInnen in seine Zuständigkeit. Weiter berät er in sozialen Fragen, bei der Studienfinanzierung und er kennt sich mit den Behinderteneinrichtungen des Studentenwerkes (Wohnheime, Aufzüge und Behindertentoilette der Mensa) aus.

Horst Brandschert
0721 6909-140
wohnen@studentenwerk-karlsruhe.de

Studienzentrum für Sehgeschädigte

Das Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS) ist eine Einrichtung der Fakultät für Informatik, aber mit fakultätsübergreifender Funktion, die sich die Integration von Sehgeschädigten in Studium und Beruf in allen an der Hochschule angebotenen Fächern zum Ziel gesetzt hat.

Es bietet Orientierungsphasen für sehgeschädigte Schüler an. An diesen Tagen stehen sowohl Inhalte und Anforderungen der einzelnen Studiengänge als auch technische, pädagogische und organisatorische Rahmenbedingungen für Sehgeschädigte im Vordergrund. Ziel ist es, möglichst weitreichende Hilfen zum Studieren und zur Berufserkundung zu vermitteln.

Insbesondere Studierende der geisteswissenschaftlichen Fächer benötigen ein breites Spektrum an Literatur für ihr Studium. Da diese Literatur zum einen weniger schnell überholt ist als z.B. Literatur im Informatikbereich und zum anderen teilweise von allgemeinerem Interesse ist, besteht hier die Möglichkeit, das eine oder andere Buch bereits in übertragener Form an anderer Stelle vorzufinden. Hierbei handelt es sich zwar in der Regel um Tonkassetten oder Punktschriftausgaben, aber teilweise findet sich auch Literatur, die, auf CDROM verfügbar, für Sehgeschädigte zugänglich und erschwinglich ist. Bei der Recherche nach derlei Angeboten leistet die Bibliothek Hilfestellung. Hier werden Informationen über verschiedene Möglichkeiten gesammelt und neue Angebote bekanntgegeben. Bei der konkreten Suche in den entsprechenden Verzeichnissen sowie bei der Ausleihe und Bestellung wird auf Wunsch geholfen.

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS)
Engesserstr. 4
76131 Karlsruhe
0721 608-42760
0721 608-42020
info@szs.kit.edu
www.szs.kit.edu

Sonstiges

Der AK Handicap ist ein UStA-Arbeitskreis behinderter Studis an der Uni Karlsruhe. Leider engagiert sich kaum noch jemand in diesem AK. Wenn du also Lust hast, in diesem und in anderen Bereichen studentische Positionen zu entwickeln und durchzusetzen, dann komm zum UStA. Wir können dann dem AK gemeinsam neues Leben einhauchen.

Bundesweit engagiert ist auch die ,,Interessensgemeinschaft behinderter und nichtbehinderter StudentInnen“ (IbS) von der Uni Dortmund.

Emil-Figge-Str. 50
44221 Dortmund
Tel./Fax: 0231 755-4596
Schreibtelefon 0231-755-5350
www.dobus.uni-dortmund.de

Das Deutsche Studentenwerk (DSW) bietet eine bundesweite Beratungsstelle für behinderte Studienbewerber und Studierende. Unter www.studentenwerke.de findet man hierzu auch viele nützliche Infos unter „Studium und Behinderung“.

Der Campus

Karlsruhe ist zwar grundsätzlich flach, aber ein Studium erfordert oft, dass ihr innerhalb kürzester Zeit zwischen verschiedenen Gebäude wechselt. Gerade für mobilitätseingeschränkte Studierende kann das ein großes Problem werden. Zum einen sind bei Weitem nicht alle Gebäude und Hörsäle barrierefrei zugänglich. Die Behindertenbeauftragte des KIT hat dazu eine Aufstellung unter

Zum anderen müssen teilweise große Distanzen überbrückt werden. Dazu gibt es die Möglichkeit, eine Einfahrtgenehmigung für einen PKW zu erhalten. Das Formular bekommt ihr im UStA.

Kommt einfach zu den Thekenöffnungszeiten vorbei. Damit könnt ihr dann bei der KIT-Verwaltung (Bernhard Zorn, Geb. 11.22) die Einfahrtgenehmigung bekommen.

Das Studium mit Behinderung

Für viele Nichtbehinderte ist das Studium bereits kaum zu meistern mit seinen vielen Prüfungen, kurzen Fristen und hohem wöchentlichen Arbeitsaufwand.

Gerade die eng gesetzten Grenzen von Orientierungs­prüfungen, Vordiplom oder Bachelor bereiten hier Probleme. Sie sind zwar keinesfalls einheitlich, jedoch sollten hier überall Härtefallklauseln bestehen. Falls nicht, müsst ihr Verlängerungen einzeln beim entsprechenden Prüfungsausschuss erstreiten. In jedem Fall sollte euer erster Anlaufpunkt eure Fachschaft sein. Leider vergessen manche DozentInnen auch allzuoft, in Vorlesungen oder Prüfungen auf besondere Bedürfnisse Behinderter Rücksicht zu nehmen. Wenn er oder sie für euch unleserlich schreibt, solltet ihr ihn oder sie immer sofort darauf aufmerksam machen. Auch sollte es möglich sein, die Prüfungsform zu ändern, z.B. mündlich zu schriftlich für Hörbehinderte oder andersherum für Sehbehinderte.

Finanzielle Hilfen

Behinderungen, die sich „erheblich studienerschwerend“ auswirken, sind ein Grund zur Befreiung von Studiengebühren. Wie ihr die Befreiung beantragt, findet ihr im Abschnitt „Studiengebühren“; für die Begründung solltet ihr euch auch in der Sozialberatung des UStA beraten lassen.

Wie allen anderen Studierenden auch stehen euch die Regelleistungen von ALG II/Sozialhilfe nicht zu.

Allerdings ist dadurch nur der grundsätzliche Lebensunterhalt inbegriffen, nicht jedoch behinderungsbedingte Mehraufwendungen. Nach § 53 SGB XII können Behinderte, die „wesentlich in ihrer Fähigkeit, an der Gesellschaft teilzuhaben, eingeschränkt oder von einer solchen wesentlichen Behinderung bedroht sind“, sogenannte Eingliederungshilfen in das Studium erhalten. In diesem Fall würdet ihr 35 % der Regelleistung erhalten. Unter Umständen können weitere, einmalige Hilfen bewilligt werden.

Beim BAföG könnt ihr zwar nicht grundsätzlich mehr Leistung erwarten, es werden euch jedoch mehrere Härteausgleiche angerechnet. Zum einen dürfen eure Eltern und eure EhepartnerIn einen weiteren Härtefreibetrag von ihrem Einkommen abziehen (siehe Abschnitt „Förderungshöhe“). Zum anderen kann die Förderungshöchstdauer (siehe dort) für eine bestimmte Zeit verlängert werden. Dafür braucht ihr allerdings eine Prognose der Uni, dass ihr in diesem verlängerten Zeitraum auch euer Studium erfolgreich abschließen könnt. Für den Verlängerungszeitraum wird BAföG als Vollzuschuss gewährt.

sozialinfo/studieren_mit_handicap.txt · Zuletzt geändert: 02.04.2013 17:08 von tmb