Das unabhängige Modell

Im Jahr 1977 wurde in Baden-Württemberg die Verfasste Studierendenschaft, d. h. die Studierendenschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Satzungs- und Finanzautonomie, mit fadenscheinigen Begründungen abgeschafft. Eine demokratisch organisierte Selbstverwaltung war seither nicht mehr vorgesehen, die wenigen offiziellen studentischen Vertreter dürfen sich nur noch zu kulturellen, sportlichen und ausgewählten sozialen Themen äußern. Um weiterhin Beratungs- und Informationsangebote für die Studierenden anbieten und eine politische Interessenvertretung gewährleisten zu können, wurde das unabhängige Modell (U-Modell) gegründet, dessen „Bestandteile“ wir euch im Folgendem vorstellen möchten.

Inzwischen hat sich die Situation geändert: Im Juni 2012 hat der Landtag von Baden-Württemberg die Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft beschlossen. Die Vorbereitungen für die Konstituierung der Verfassten Studierendenschaft hier bei uns am KIT laufen seither auf Hochtouren. Weitere Informationen unter www.usta.de/vs.

Satzung

In der Satzung der Studierendenschaft ist die Struktur des unabhängigen Modells beschrieben. Sie regelt die Aufgaben und das Zusammenspiel von Studierendenparlament, Fachschaften, UStA, … und definiert Grundsätze und Vorgehensweisen.

Beitragsmarken

Die Studierendenvertretung erhält seit der Abschaffung der Verfassten Studierendenschaft kein Geld mehr aus studentischen Beiträgen, wie es in anderen Bundesländern üblich ist. Daher ist es für die studentische Vertretung schwierig, sich zu finanzieren. Um trotzdem sinnvoll arbeiten zu können, wurde die Beitragsmarke geschaffen. Diese gibt es jedes Semester neu beim UStA oder deiner Fachschaft für 4 €, die zwischen Fachschaft und UStA aufgeteilt werden.

Studierendenparlament

Das Studierendenparlament (StuPa) ist das beschließende Organ der Studierendenschaft. Es besteht aus 25 Abgeordneten von verschiedenen politischen Listen, wählt die Referenten des UStA, ist für Satzungsänderungen zuständig, entscheidet über den Haushalt der Studierendenschaft und besetzt offizielle uniweite Gremien. Die Sitzungen des StuPa sind öffentlich und finden unter dem Semester in der Regel alle zwei Wochen statt.

Fachschaften

Auch die Fachschaften, das sind alle Studierenden eines jeweiligen Fachbereichs, sind Teil des U-Modells. So sieht die Satzung des U-Modells für jede Fachschaft einen Vorstand und eine (Voll-)Versammlung vor. Darüber hinaus ist die innere Organisation den Fachschaften selbst überlassen.

Jede Woche treffen sich Vertreter der einzelnen Fachschaften in der Fachschaftenkonferenz (FSK), um die Arbeit zu koordinieren und gemeinsame Probleme zu besprechen.

Arbeitskreise

Zur langfristigen Bearbeitung konkreter Politikfelder kann das Studierendenparlament Arbeitskreise einrichten. Arbeitskreise bearbeiten selbständig ihr Themengebiet und berichten im Studierendenparlament darüber.

Vollversammlung und Urabstimmung

Zu besonderen grundlegenden Fragen können Vollversammlungen einberufen oder Urabstimmungen abgehalten werden. Bei einer Vollversammlung sind alle Studierende aufgerufen, sich an Entscheidungen per Diskussion und anschließender Abstimmung zu beteiligen. Bei einer Urabstimmung habt Ihr fünf Tage lang Zeit, um eure Stimme zu einer konkreten Fragestellung abzugeben.

Ältestenrat

Der Ältestenrat (ÄRa) ist das Kontrollorgan der Studierendenschaft. Er kann satzungswidrige Beschlüsse aufheben, ist für die Auslegung der Satzung zuständig und besteht aus fünf Mitgliedern, in der Regel ehemalige Mitglieder der studentischen Selbstverwaltung.

Wahlen

Die Wahlen des unabhängigen Modells finden jedes Jahr Ende Januar statt. Dabei werden die Mitglieder des Studierendenparlaments, die Fachschafts-Sprecher sowie AusländerInnenreferent und Frauenreferentin des UStA gewählt. An den Wahlen solltet Ihr auf jeden Fall teilnehmen, da Ihr durch eine hohe Wahlbeteiligung das U-Modell und damit die Vertretung Eurer Interessen stärkt.

Hochschulgruppen

Auch wenn Hochschulgruppen offiziell von der Universität anerkannt werden, kümmert sich der UStA um deren Betreuung und die weit überwiegende Mehrheit der Hochschulgruppen sieht sich auch klar als Teil des unabhängigen Modells. Derzeit gibt es über 70 Hochschulgruppen in den verschiedensten Bereichen.

Gremien

Aus der Studierendenschaft werden Vertreter in verschiedene Gremien des KIT und des Studentenwerks entsandt. Unter diesem Punkt findet ihr einen Überblick.